Baustofflexikon - R

Rutschfeste Fußböden helfen Unfälle zu vermeiden. Für den gewerblichen Bereich werden alle Bodenbelagsarten zur Bewertung in die Gruppen R9-R13 durch das Bundesinstitut für Arbeitssicherheit eingeteilt. R9 ist die geringste, R13 die höchste Anforderung an die Rutschhemmung.

Die R-Klassen sind eine Kategorisierung von R-Werten, welche Auskunft über die Rutschhemmung geben. In Deutschland wird zur Bestimmung der Rutschhemmung die Baumusterprüfung nach BGR 181 entsprechend der DIN 51 130 „Prüfung von Bodenbelägen - Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft - Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr - Begehungsverfahren - Schiefe Ebene“ angewendet. Das Prüfverfahren nach DIN 51 130 dient als Eignungsprüfung zur Ermittlung und Klassifizierung der rutschhemmenden Eigenschaft von Industriebodenbelägen.

Die im Prüfverfahren ermittelten Neigungswinkel ergeben dann den sogenannten R-Wert. R 9: 6° - 10° R 10: > 10° - 19° R 11: > 19° - 27° R 12: > 27° - 35° R 13: > 35°

Auszug aus den R-Klassen:

  • R 9 Betriebskantinen, Verkaufsräume, Packbereiche, Laborräume, medizinische Praxen
  • R 10 Garagen und Tiefgaragen ohne Witterungseinfluss
  • R 11 Ladeneingänge, Außentreppen, Küchen in Wohnheimen
  • R 12 Krankenhausküchen und andere Küchen mit einer Kapazität > 100 Gedecke täglich, Räume für Schlauchpflegeinrichtungen in Feuerwehrhäusern
  • R 13 Schlachthofbodenbeläge

Reaktionsharze sind Kunstharze, wie z.B. Epoxidharze, Polyurethanharze, Polymethylmethacrylatharze oder auch Polybutadienharze, welche ohne Abspaltung von Nebenprodukten durch Polymerisation oder Polyaddition zu Poly- oder Duromeren aushärten. Die Härtung erfolgt meist innerhalb weniger Minuten bis Stunden.
Ein Glanzmessgerät (Reflektometer) ist ein Messgerät, mit dem der Glanz einer ebenen Oberfläche, beispielsweise von Kunststoff gemessen wird. Unter Glanz versteht man hierbei das Verhältnis von eingestrahltem und reflektiertem Licht.
Rückwärtige Durchfeuchtung bezeichnet meist bei Betonoberflächen den Transport von Wasser(dampf) von der Rückseite zur Sichtseite. Feuchtes Erdreich z.B. lässt Wasser durch die Kapillaren im Beton entweder in flüssiger Form oder als Dampf von der Unterseite nach oben „wandern“ wo es dann entweder verdunstet oder sich z.B. unter dampfdichten Beschichtungen als wassergefüllte Blasen bemerkbar machen kann. Da nahezu alle mineralischen Baustoffe Kapillaren enthalten, ist rückwärtige Durchfeuchtung vor allem dann ein Problem, wenn Wasser in Baustoffe eindringen kann und auf der Oberfläche nicht mehr verdunsten kann.